Klöster, Kutten und Konversen

Im Zisterzienserorden, der sich aus einer kleinen Bruderschaft von reformwilligen Benediktinermönchen entwickelt hatte, waren für ihre Abteien generell „... dieselben Bräuche und Gewohnheiten ...” vorgeschrieben. Das betraf alle Bereiche des klösterlichen Lebens und hatte Einfluß auf den Klosterbau und Tagesablauf, die Nahrung und Kleidung, das Beten und Arbeiten. Die folgenden Angebote dauern ca. 1,5 Std und sind für mind. 10 bis max. 25 Personen zwischen 5 und 100 Jahren geeignet.

Schwarz auf Weiß
Welchem Orden ein Mönch oder eine Nonne angehört, ist am Habit erkennbar. Bei diesem Projekt ziehen sich die Teilnehmer so eine “Kutte” über. Dabei geht es aber nicht um Kostümierung. Vielmehr werden dadurch z.B. die äußerlichen Unterschiede aufgehoben, Schmuck und Signale moderner Kleidung bedeutungslos. Bei einem gemeinsamen Gang durch die Klausur erschließen sich die „Mönche“ dann das Kloster und erleben u.a., wie dieses lange Kleidungsstück bei vielen Bewegungen hinderlich ist und welche Würde davon ausgeht.

Kloster(t)räume
Durch das einheitliche Bauschema der Zisterzienser ist auch Michaelstein als typisch abendländische Klosteranlage anzusehen. Bei diesem Projekt gehen die Teilnehmer der Frage nach, welche Bereiche, Gebäude und Räume für das religiöse und alltägliche Leben der Mönche notwendig sind. Bei einem gemeinsamen Rundgang durch das Kloster werden die Räume, deren Anordnung, Größe und Nutzung „begreifbar“. Mit diesem Wissen fügen die Teilnehmer danach Holzmodule zusammen und erarbeiten somit den Idealplan einer Abtei sowie den Grundriss von Michaelstein.

Knaben erhalten nicht die gleiche Menge
... wie Erwachsene, sondern weniger. Das bestimmte der Heilige Benedikt von Nursia über das Maß der Speisen im Kloster. In seiner berühmten Regel finden sich u.v.a. auch Vorschriften über die Nahrung, die Essenzeiten und den wöchentlichen Küchendienst. Die Teilnehmer erkunden in den Klausurräumen, wo diese Bestimmungen wohl umgesetzt wurden. Danach nehmen sie gemeinsam eine Mahlzeit ein. Das Schweigegebot wird eingehalten, nur ein Tischleser ist zu hören. Die Teilnehmer entfernen von ihrem (mitgebrachten) Imbiss alles, was der Regel widerspricht.

Ora et labora
„Die Mönche unseres Ordens müssen ihren Lebensunterhalt durch Handarbeit, Ackerbau und Viehzucht verdienen“ beschlossen die Zisterzienser vor über neunhundert Jahren. Sie wollten also nicht nur beten, sondern auch arbeiten. Und für diese Selbstversorgung brauchte das liebe Vieh Ställe, mußte das Getreide irgendwo gelagert oder das Bier gebraut werden. Aber lassen sich in Michaelstein nach so langer Zeit überhaupt noch Sachzeugen finden? Bei diesem Projekt gehen die Teilnehmer gemeinsam auf eine spannende Spurensuche.