Zeittafel

9. Jh.  
In einer Naturhöhle, etwa drei Kilometer talaufwärts vom heutigen Klostergelände, lebt die Einsiedlerin Luitbirg. Neben ihrer Klause wird eine dem heiligen Michael geweihte Kirche errichtet.
 
956
König Otto I. übergibt das Gebiet um den Michaelstein und die Siedlung Egininkisrod (heute Eggeröder Brunnen) mit dem naheliegenden Bergbaurevier dem Reichsstift Quedlinburg.
 
1139
Papst Innocenz II. bestätigt die Schenkung von Quedlinburger Lehngut an die Michaelskirche auf dem Michaelstein durch Graf Burchard von Blankenburg. Der Graf gehört der dort bestehenden mönchischen Gemeinschaft an.
 
1146
wird als Gründungsjahr des Klosters Michaelstein angesehen. In einer späteren Urkunde bezeichnet sich Äbtissin Beatrix II. von Quedlinburg als die Gründerin des Klosters. Die Mönche kommen aus (Alten-)Kamp am Niederrhein. Ihre Gemeinschaft richtet sich nach der Regel des heiligen Benedikt.
 
1152
Eine Urkunde Papst Eugens III. bestätigt dem Kloster Landbesitz und erwähnt erstmalig einen Zisterzienserkonvent. Danach erfolgt die Verlegung des Klosters vom Michaelstein nach dem Wirtschaftshof Evergodesrode, dem heutigen Standort.
 
13.-15. Jh.
Das Kloster erwirbt u. a. Besitz in Mecklenburg, Anteile am Rammelsberger Bergbau und an den Salzpfannen in Lüneburg. Michaelsteiner Äbte werden in päpstlichem Auftrag in schiedsrechtlichen Angelegenheiten eingesetzt.
 
1525
Anfang Mai plündern aufständische Bauern die Klostergebäude, die Kirche wird stark beschädigt. Bis 1720 dient der Kapitelsaal als Kirche.
 
1533
weitgehende Zerstörung der Klosteranlage durch Wilhelm von Haugwitz in einer Fehde gegen Herzog Georg von Sachsen
 
1543
Mit der Einführung der Reformation legt der letzte katholische Abt sein Amt nieder. Graf Ulrich XII. von Regenstein-Blankenburg übernimmt das Kloster und die Abtswürde.
 
1544
In Michaelstein wird eine protestantische Klosterschule für 24 Knaben eingerichtet.
 
1599
Die Grafschaft Blankenburg geht als erloschenes Lehen an die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg.
 
1618-1648
Während des 30jährigen Krieges leben zeitweise wieder Zisterziensermönche in Michaelstein.
 
1690
Herzog Ludwig Rudolph zu Braunschweig und Lüneburg erhält die Grafschaft Blankenburg und damit auch das Kloster Michaelstein.
 
1717
Einrichtung eines Predigerseminars, das später in ein Kollegiatstift umgewandelt wird und bis 1807 besteht.
 
1720
Einweihung der von Baumeister Hermann Korb neu errichteten barocken Kirche
 
1800
Das Klostergelände bildet ein selbstständiges Dorf mit 130 Einwohnern.
 
1807
Michaelstein ist ein Vorwerk der Domäne Heimburg im Blankenburger Distrikt des Königreichs Westfalen (1807 - 1813).
 
1815
Nach dem Wiener Kongress fällt Michaelstein mit Gütern und Liegenschaften an das Braunschweiger Regentenhaus zurück und wird landwirtschaftlich genutzt.
 
1893
Ausgrabungen im Bereich der Choranlage der alten Klosterkirche durch den Blankenburger Baurat William Eugen Spehr
 
1918
Nach Abdankung des Herzogs Ernst August zu Braunschweig und Lüneburg kommt das Klostergut in braunschweigischen Landesbesitz.
 
1925-1942
Verwaltung des Klostergutes durch die herzogliche Domäne Heimburg
 
1942
Verkauf des Klostergutes an Ernst August, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg
 
1945
Nach der so genannten Bodenreform dienen die Klostergebäude als Wohnungen, Lagerräume und Stallungen.
 
1968
erstes Konzert des Telemann Kammerorchesters Blankenburg im Refektorium der Klausur
 
1977
Gründung der Kultur- und Forschungsstätte (später: Institut für Aufführungspraxis der Musik des 18. Jh.)
 
1990
Anlage des Kloster-Kräutergartens nach Vorbild historischer Pläne
 
1997
Überführung des Instituts in die öffentlich-rechtliche Stiftung Kloster Michaelstein – Musikinstitut für Aufführungspraxis
 
2002
Errichtung der Landesmusikakademie
 
2005
Ab 1. Januar übernimmt die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt die Verwaltung der Stiftung Kloster Michaelstein.