Die außere Klausur

Die Zisterzienser lebten nach ihrem Grundsatz „ora et labora“ (bete und arbeite), lebten von ihrer Hände Arbeit, von Ackerbau und Viehzucht. Von den üblichen Gebäuden des ehemaligen Klosterhofes, wie Scheunen, Ställe und Werkstätten, haben sich einige aus der monastischen Zeit erhalten.

1 Klausurgebäude
Dieser Gebäudekomplex des ehemaligen Zisterzienserklosters Michaelstein mit den Wohn- und Arbeitsräumen der Mönche und Laienbrüdern entstand ab Mitte des 12. Jahrhunderts. Weltleuten und Frauen war der Zutritt dieser inneren Klausur verwehrt. Heute können die gut erhaltenen mittelalterlichen Klausurräume, zwei Klostergärten und die Musikausstellung "KlangZeitRaum – dem Geheimnis der Musik auf der Spur" besichtigt werden.

2 Gutshaus
Das Fachwerkhaus mit der geringen Vorkragung weist in das 18. Jahrhundert als Entstehungszeit. Die Bezeichnung „Amts-Wohngebäude“ (1779) oder „Amtswohnhaus“ (1931) belegen die Nutzung als Wohnsitz des jeweiligen Verwalters.

3 Wohnhaus
Für dieses Wohnhaus ist kein klösterlicher Vorgängerbau nachweisbar. Seine Entstehung ist im Zusammenhang mit der neuzeitlichen Nutzung des Klosters als Wirtschaftshof und Domäne zu sehen.

4. Große Scheune
Das mittelalterliche Gebäude erfuhr in der Neuzeit wesentlich eine Vergrößerung, seine Funktion blieb wohl über die Jahrhunderte gleich. Die derzeitigen Baumaßnahmen dienen der künftigen Nutzung als Konzertsaal.

5 Abtshaus
Archäologische Grabungen im Jahr 2010 zeigten, das dieses Gebäude im Mittelalter größer gebaut und später wesentlich verkürzt wurde. Seine ursprüngliche Funktion ist bisher unbekannt, eine Nutzung durch Prälaten also nicht nachweisbar. Die Bezeichnung Meyerey (1779) und Hofmeisterwohnhaus (20. Jahrhundert) bezeugen die spätere Nutzung durch den jeweiligen Pächter des Klostergutes.

6 Gästehaus
Der südliche Teil des Gebäudes mit den heutigen Gästezimmern diente einst als Kuhstall und Kornboden. Der nördliche Teil mit den jetzigen Proberäumen, vormals Scheune und Schweinestall, ist der älteste profane Wirtschaftsbau des Klosters aus dem Mittelalter.

7 Inspektorwohnhaus
Für das neuzeitliche Gebäude ist in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts der Gutsinspektor als Nutzer nachweisbar. Die Funktion als Wohnhaus blieb erhalten. Auch dienen einige Räume als Gästezimmer der Musikakademie.

8 Remise
Im Wirtschaftshof des Klosters (äußere Klausur) befanden sich ursprünglich alle notwendigen Gebäude wie Ställe, Scheunen, Werkstätten, Back- und Brauhaus etc. für die Eigenversorgung der Mönche. Nach Auflösung des Klosters im 16. Jahrhundert verblieb der landwirtschaftliche Charakter und wurden Neuerungen eingebracht. Dieser einstige Stall wird seit dem Jahr 2010 als Mehrzweckgebäude für den Bildungsbetrieb der Musikakademie genutzt.

9 Torhaus
Das Pfortenhaus (porta secunda) war der Eingang in das mit Mauern umschlossene Kloster. Hier wickelte sich der Verkehr mit der Außenwelt ab, empfing der Pfortenmönch die Gäste und verteilte Almosen an die Armen. Nach barocken Umbauten, Nutzungen als Cantoriswohnung und Schule dient es heute Seminarzwecken.

10 Alte Schmiede
Beim Bau des mittelalterlichen Wirtschaftsgebäudes diente ein Teil der Ringmauer, die das Klosterareal umschloss, als Außenwand. Der Pferdestall war im 20. Jahrhundert zusätzlich in Wagenremise und Schmiede unterteilt und fiel in den 70iger Jahren einem Brand zum Opfer. Im Januar 2005 konnte die Musikakademie das Gebäude neu in Nutzung nehmen.

11 Wohnhaus

12/13 Hausmeisterhaus

14 Gartenhaus

15 Forsthaus
Zwischen Prior- und Schirrteich befand sich das „Herzogliche Försterdienstgehöft“ mit Wohnhaus, Ställen, Hof und Garten. Das erhaltene Wohngebäude ist heute Verwaltungssitz der Stiftung Kloster Michaelstein.

16 Kräutergarten
Als bedeutender Heilmittel- und Kräuterlieferant war der Kräutergarten von Bedeutung.

17 Gemüsegarten
Hier ist das pflanzliche Nahrungsangebot der mittelalterlichen Mönchstafel angebaut.

18 Brauerei und Papiermühle
In diesem Gebäudekomplex sind verschiedene historische Bauten nachweisbar. Im östlichen Teil sind die Reste des mittelalterlichen Brauhauses mit dem im 19. Jahrhundert angebauten „Schaftstall“ vereint. Für das Restaurant „Zum Klosterfischer“ in der Mitte sind die Nutzungen als Schenke und Wohnhaus des Papiermeisters ab dem 18. Jahrhunderts belegt. Den westlichen Abschluss bildet ein altes Gebäude, das 1710 dann erstmals als Papiermühle bezeichnet wird.

19 Spritzenhaus
Das kleine Gebäude aus dem 19. Jahrhundert  wurde zur Aufbewahrung von Gerätschaften für den Brandschutz genutzt und üblicherweise als Spritzenhaus oder Feuerwehrremise bezeichnet.