Die außere Klausur
Die Zisterzienser lebten nach ihrem Grundsatz „ora et labora“ (bete und arbeite), lebten von
ihrer Hände Arbeit, von Ackerbau und Viehzucht. Von den üblichen Gebäuden des ehemaligen
Klosterhofes, wie Scheunen, Ställe und Werkstätten, haben sich einige aus der monastischen Zeit
erhalten.
1 Klausurgebäude
Dieser Gebäudekomplex des ehemaligen Zisterzienserklosters Michaelstein mit den Wohn- und
Arbeitsräumen der Mönche und Laienbrüdern entstand ab Mitte des 12. Jahrhunderts. Weltleuten und
Frauen war der Zutritt dieser inneren Klausur verwehrt. Heute können die gut erhaltenen
mittelalterlichen
Klausurräume,
zwei
Klostergärten und ab Ende 2012
eine Ausstellung historischer Musikinstrumente besichtigt werden.
2 Gutshaus
Das Fachwerkhaus mit der geringen Vorkragung weist in das 18. Jahrhundert als
Entstehungszeit. Die Bezeichnung „Amts-Wohngebäude“ (1779) oder „Amtswohnhaus“ (1931) belegen die
Nutzung als Wohnsitz des jeweiligen Verwalters. Der lateinische Name „Cellarius“ für das 2001
eröffnete Restaurant bedeutet Keller- und Küchenmeister.
3 Wohnhaus
Für dieses Wohnhaus ist kein klösterlicher Vorgängerbau nachweisbar. Seine Entstehung ist im
Zusammenhang mit der neuzeitlichen Nutzung des Klosters als Wirtschaftshof und Domäne zu sehen.
4. Große Scheune
Das mittelalterliche Gebäude erfuhr in der Neuzeit wesentlich eine Vergrößerung, seine
Funktion blieb wohl über die Jahrhunderte gleich. Die derzeitigen Baumaßnahmen dienen der künftigen
Nutzung als Konzertsaal.
5 Abtshaus
Archäologische Grabungen im Jahr 2010 zeigten, das dieses Gebäude im Mittelalter größer
gebaut und später wesentlich verkürzt wurde. Seine ursprüngliche Funktion ist bisher unbekannt,
eine Nutzung durch Prälaten also nicht nachweisbar. Die Bezeichnung Meyerey (1779) und
Hofmeisterwohnhaus (20. Jahrhundert) bezeugen die spätere Nutzung durch den jeweiligen Pächter des
Klostergutes.
6 Gästehaus
Der südliche Teil des Gebäudes mit den heutigen Gästezimmern diente einst als Kuhstall und
Kornboden. Der nördliche Teil mit den jetzigen Proberäumen, vormals Scheune und Schweinestall, ist
der älteste profane Wirtschaftsbau des Klosters aus dem Mittelalter.
7 Inspektorwohnhaus
Für das neuzeitliche Gebäude ist in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts der Gutsinspektor als
Nutzer nachweisbar. Die Funktion als Wohnhaus blieb erhalten. Auch dienen einige Räume als
Gästezimmer der Musikakademie.
8 Remise
Im Wirtschaftshof des Klosters (äußere Klausur) befanden sich ursprünglich alle notwendigen
Gebäude wie Ställe, Scheunen, Werkstätten, Back- und Brauhaus etc. für die Eigenversorgung der
Mönche. Nach Auflösung des Klosters im 16. Jahrhundert verblieb der landwirtschaftliche Charakter
und wurden Neuerungen eingebracht. Dieser einstige Stall wird seit dem Jahr 2010 als
Mehrzweckgebäude für den Bildungsbetrieb der Musikakademie genutzt.
9 Torhaus
Das Pfortenhaus (porta secunda) war der Eingang in das mit Mauern umschlossene Kloster. Hier
wickelte sich der Verkehr mit der Außenwelt ab, empfing der Pfortenmönch die Gäste und verteilte
Almosen an die Armen. Nach barocken Umbauten, Nutzungen als Cantoriswohnung und Schule dient es
heute Seminarzwecken.
10 Alte Schmiede
Beim Bau des mittelalterlichen Wirtschaftsgebäudes diente ein Teil der Ringmauer, die das
Klosterareal umschloss, als Außenwand. Der Pferdestall war im 20. Jahrhundert zusätzlich in
Wagenremise und Schmiede unterteilt und fiel in den 70iger Jahren einem Brand zum Opfer. Im Januar
2005 konnte die Musikakademie das Gebäude neu in Nutzung nehmen.
11 Wohnhaus
12/13 Hausmeisterhaus
14 Gartenhaus
15 Forsthaus
Zwischen Prior- und Schirrteich befand sich das „Herzogliche Försterdienstgehöft“ mit
Wohnhaus, Ställen, Hof und Garten. Das erhaltene Wohngebäude ist heute Verwaltungssitz der Stiftung
Kloster Michaelstein.
16 Kräutergarten
Als bedeutender Heilmittel- und Kräuterlieferant war der
Kräutergarten
von Bedeutung.
17 Gemüsegarten
Hier ist das
pflanzliche Nahrungsangebot der mittelalterlichen Mönchstafel angebaut.
18 Brauerei und Papiermühle
In diesem Gebäudekomplex sind verschiedene historische Bauten nachweisbar. Im östlichen Teil
sind die Reste des mittelalterlichen Brauhauses mit dem im 19. Jahrhundert angebauten „Schaftstall“
vereint. Für das Restaurant „Zum Klosterfischer“ in der Mitte sind die Nutzungen als Schenke und
Wohnhaus des Papiermeisters ab dem 18. Jahrhunderts belegt. Den westlichen Abschluss bildet ein
altes Gebäude, das 1710 dann erstmals als Papiermühle bezeichnet wird.
19 Spritzenhaus
Das kleine Gebäude aus dem 19. Jahrhundert wurde zur Aufbewahrung von Gerätschaften für
den Brandschutz genutzt und üblicherweise als Spritzenhaus oder Feuerwehrremise bezeichnet.